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Zitate rund ums Grundeinkommen und darüber hinaus

“Eine der schauerlichsten Folgen der Arbeitslosigkeit ist wohl die, daß Arbeit als Gnade vergeben wird. Es ist wie im Kriege: Wer die Butter hat, wird frech.”
(Kurt Tucholsky)

“Was uns bevorsteht, ist die Aussicht auf eine Arbeitsgesellschaft, der die Arbeit ausgegangen ist, also die einzige Tätigkeit, auf die sie sich versteht. Was könnte verhängnisvoller sein?”
(Hannah Arendt 1958)

“Ein System, das dem Individuum nicht in jedem Falle die freie Berufs- und Konsumwahl offen lässt, verstößt gegen die menschlichen Grundrechte und richtet sich, wie die Erfahrung lehrt, zuletzt gerade gegen diejenigen sozialen Schichten, zu deren Schutz die künstlichen Eingriffe gedacht waren.”
(Ludwig Erhard)

“Wenn wir nur für das Geld und den Gewinn arbeiten, bauen wir uns ein Gefängnis und schließen uns wie Klausner ein. Geld ist nur Schlacke und kann nichts schaffen, was das Leben lebenswert macht.”
(Antoine de Saint-Exupéry, Wind, Sand und Sterne)

“Wenn jeder ein bedingungsloses Grundeinkommen erhält, gibt es keine Stigmatisierung mehr. Ein allgemeines Bürgerrecht zu haben ist etwas ganz anderes, als zu den »Versagern« zu gehören, die auf »Sozialhilfe« angewiesen sind.”
(Prof. Peter Ullrich, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsethik an der Universität St. Gallen)

“Die Folge wäre, dass am Arbeitsmarkt der Kern aller Freiheit, nämlich die Freiheit Nein zu sagen, zur Geltung gebracht würde.”
(Claus Offe, Sozialwissenschaftler, Ab 1995 Professor für Politikwissenschaft an der Humboldt-Universität in Berlin. Seit 2005 gehört er zum Professorium der Hertie School of Governance Berlin)

“Ich muss wirklich sagen, dass ich dieses Gerede von der Schaffung neuer Arbeitsplätze langsam nicht mehr hören kann. Warum wird dem so wenig widersprochen? Die Wirtschaft hat nicht die Aufgabe Arbeitsplätze zu schaffen. Im Gegenteil!. Die Aufgabe der Wirtschaft ist es, die Menschen von der Arbeit zu befreien.”
(Prof. Götz Werner)

“Die Arbeit verschwindet. Das will kein Politiker seinen Wählern erzählen. Statt dessen betet man immer wieder dieselben drei Pseudotheorien herunter. […] Immer dieselben drei, ja. Erstens: Wir verlieren in unserem Land Jobs, weil die bösen Unternehmer Stellen ins Ausland verlagern. Zweitens: Wir haben genug Jobs, die Leute sind nur nicht richtig ausgebildet. Und drittens: Wir haben zu wenig Jobs, weil die Sozialabgaben zu teuer sind. Alle drei Argumente sind absurd.”
(Jermy Rifkin, Interview der Stuttgarter Zeitung)

“Ein bedingungsloses Grundeinkommen stärkt die Familie. Sie sieht sich heute nicht selten vor die Frage gestellt: entweder erhebliche Einkommenseinbußen in Kauf zu nehmen, damit sie für ihre Kinder sorgen kann, oder ihre Kinder verhältnismäßig früh in die Obhut von Betreuungseinrichtungen zu geben.”
(Sascha Liebermann, Soziologe)

Grundeinkommen macht genauso wenig faul, wie Erwerbsarbeit grundsätzlich fleissig mach!
(Theo Wehner, Professor für Arbeitspsychologie)

Es ist Grundsatz jeder vernünftiger Staatsverfassung: Jedermann soll von seiner Arbeit leben können. Sobald also jemand von seiner Arbeit nicht leben kann, ist ihm das, was schlechthin das Seinige ist, nicht gelassen.
Jeder muss von seiner Arbeit leben können. heißt der aufgestellte Grundsatz, Das Lebenkönnen ist sonach durch die Arbeit bedingt, und es gibt kein solches Recht, wo die Bedingung nicht erfüllt worden.
(Johann Gottlieb Fichte: Grundlage des Naturrechts nach den Prinzipien der Wissenschaftslehre (1796). In: Johann Gottlieb Fichtes sämtliche Werke, hrsg. von I. H. Fichte, Berlin 1845/46, Fotomechanischer Nachdruck Berlin 1971, Band VI, S. 37–288, hier S. 212; GA I 4, 21), 19 Mai 1762 – 29. Januar 1814